Unsere Editionsreihe Sinfonik des 19. Jahrhunderts wird durch die Sinfonien Ludwig Bergers erweitert. Bisher als Kauf- und Leihmaterial erschienen sind von unserem Herausgeber Bert Hagels: Sinfonie Nr. 1 G-Dur und Sinfonie D-Dur op. post. 42.
Die umfangreiche Editionsreihe mit Werken von Komponist:innen, die im Schatten Beethovens standen, wird stetig erweitert.
Ludwig Berger

Biografie
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Komponist, Pianist und Musikpädagoge, * 18.4.1777 Berlin, † 16.2.1839 Berlin.
Berger begann während seiner Jugendjahre in Templin und Frankfurt/Oder mit musikalischem Selbststudium (Flöte und Klavier), wurde 1799 Kompositionsschüler von J. A. Gürrlich in Berlin und erhielt hier seine pianistische Ausbildung.
Entscheidend wurde 1805 seine Begegnung mit M. Clementi, dem er auf eine Reise über Kurland und Estland nach Petersburg folgte. Von dort mußte er 1812 fliehen und kehrte nach einem längeren Aufenthalt in London, wo er erfolgreich konzertierte, 1815 nach Berlin zurück. Hier wirkte er vor allem als einer der bedeutendsten Musikerzieher seiner Zeit. Zu seinen Schülern zählen außer dem jungen F. Mendelssohn, W. Taubert und A. Henselt. Daneben widmete er sich der von ihm mit B. Klein, G. Reichardt und L. Rellstab geschaffenen sogenannten jüngeren Berliner Liedertafel, einer Gegengründung gegen die Zeltersche. Sie spielte in der Frühgeschichte des neueren Männergesangs eine führende Rolle.
Seit 1817 mußte er wegen eines nervösen Armleidens auf jedes öffentliche Konzertieren verzichten. Als Liederkomponist steht Berger an der Spitze der dritten Berliner Liederschule mit fortschrittlicher Haltung in der harmonisch vertieften Begleitung. Hier tritt seine Vertonung der W. Müllerschen „Schönen Müllerin“ als Liederspiel besonders hervor. Zu lyrischer Gestaltung neigt auch seine Klaviermusik, innerhalb derer seine Etüden teilweise unmittelbare Vorbilder für Mendelssohns „Lieder ohne Worte“ wurden.

