Braunfels, Walter (1882-1954)

Walter Braunfels (1882-1954)

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Werke bei Ries & Erler:

Serenade op. 20

Carnevals-Ouvertüre op. 22

Neues Federspiel

Lyrischer Kreis op. 16 -Sieben Klavierstücke-

Bagatellen op. 5 -Klavier-

Studien op. 10 -Klavier-

6 Gesänge op. 1 für Gesang u. Klavier

6 Gesänge op. 4 für Gesang u. Klavier

Ulenspiegel op. 23

Toccata, Adagio und Fuge für Orgel f-Moll op. 43

Biografie:

Walter Braunfels zählt mit Arnold Mendelssohn, Franz Schreker, Erwin Schulhoff u.a. zu den Komponisten, deren Werke in der Zeit des Nationalsozialismus nicht mehr aufgeführt werden durften. Er wurde am 1.April 1933 aus dem Amt des Direktors der Kölner Musikhochschule entlassen, und erst in den 90er Jahren erfuhr sein Werk eine Wiederentdeckung, darunter auch seine Oper „Die Vögel“, die der Musikkritiker Alfred Einstein seinerzeit als „absolutes Künstlerwerk“ bezeichnete und mit Wagners -Meistersingern“ und Pfitzners „Palestrina“ verglich. Sie wurde 1971 in Karlsruhe, 1991 in Bremen und 1994 in Berlin erfolgreich wieder aufgeführt. Walter Braunfels verbrachte seine Kindheit in einer kulturell vielseitig gebildeten Frankfurter Familie: der Vater war Jurist, Literaturwissenschaftler und Übersetzer, die Mutter spielte selbst Klavier, war mit Franz Liszt und Clara Schumann gut bekannt und gab ihrem Sohn den ersten Klavierunterricht. Schon mit zwölf Jahren erhielt Braunfels Unterricht am Hochschen Konservatorium, zum Klavierstudium ging er dann nach Wien zu Theodor Leschetitzky. Kompositionsunterricht nahm er bei Ludwig Thuille und schon 1909 wurde eine erste Oper von Braunfels „Prinzessin Brambilla“ durch Max von Schillings uraufgeführt (die Studien für Klavier op.10 verarbeiten im ersten Satz „Pantalone“ diese Oper).

Walter Braunfels wurde zweimal von Konrad Adenauer beauftragt, die Staatliche Hochschule für Musik in Köln aufzubauen: 1924 und 1945. Die Jahre zwischen 1933 und 1945 verbrachte er in der inneren Emigration am Bodensee. Er konnte 1945 nicht mehr an den frühen Erfolg anknüpfen, da sein Stil von der jüngeren Generation nicht mehr gefragt schien. Braunfels bezieht sich in seinem Schaffen auf Klassik und Romantik, schuf aber mit einer ihn auszeichnenden phantastisch-phantasievollen Klangsprache sehr eigenständige Werke, weswegen ihm in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts ein Platz neben Pfitzner und R.Strauss gebührt.