. . . Das war Phantastisch! Das war das Ideal einer medienübergreifenden Zusammenarbeit mit einem wundervollen Ergebnis, das ja auch deutschlandweites Aufsehen erregte. . .
Enoch Lemcke (Rostocker Kultursenator)
. . . Schultheis verdichtet die Wirkung des Films, indem er dramatische Akzente setzt, Ironie und Humor leicht überspitzt. Mit Leitmotiv-Techniken bringt er außerdem die dramaturgische Gliederung des Filmes in eine hörbare Form oder unterlegt diese dem Film sogar. Schultheis liefert damit weit mehr als nur eine atmosphärische Schilderung der Bilder. Seine Musik ist in gewissem Sinne auch eine Sehhilfe, wie sie bei Stummfilmen mit ihrem pantomimischen Spiel durchaus willkommen ist, ja, sie hilft sogar über manch eine Umständlichkeit hinweg, die dem rund 110- minütigen Filmklassiker trotz aller Fortschrittlichkeit anhaftet. . .
Andreas Waczkat (Ostsee-Zeitung, Rostock.)
Walpurgisnacht der Töne
Der junge Komponist, versiert im Umgang
mit dem Medium und international
bekannt für seine Filmmusiken, zeigt sich
hier als Meister des Genres. Es gelingt ihm,
Bild und Klang zu konfrontieren und die
Ideen des Regisseurs so mitzugestalten,
dass am Ende ein überzeugendes Gesamtkunstwerk
entsteht.
Ana Popescu (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Die Musik nicht einfach nur der Knecht des Films.
Zunächst scheint die Musik von Schultheis
durchaus im Arsenal üblicher begleitender
Filmmusik zu bleiben. Sie hat den illustrierenden
Gestus, das Fluten der Streicher,
die sonore Euphorie der Hörner, die Unheimlichkeitsgesten
der tiefen Holzbläser.
Aber der Komponist belässt dies nicht im
gewohnten öligen Sound. Er rauht ihn auf,
macht ihn kantig, kombiniert ihn eher aus
klanglichen und rhythmischen Elementen.
Und wenn er sich eine ausschwingende
Melodie gestattet (wie natürlich beim
holden, armen Gretchen) dann ironisiert er
sie gleich in ihrer Banalität. So steht diese
Musik quer zum Film, stört seine Dramaturgie,
seine schwer erträgliche Melodramatik,
seine einfache polarisierende
hochherzige Moral - und stört den Zuschauer
auf. Aber Schultheis macht dies
nicht mit dem denunzierenden Zeigefinger.
Immer wieder schwenkt die Musik auch in
die Spur des Filmes ein, folgt der Stimmung
und dem Rhythmus der Sequenzen.
Und immer wieder hakt sie sich aus, liefert
einen konterkarierenden Kommentar,
überbrückt einen melodramatischen
Schnitt oder bricht eine emphatische Szene
- und man weiß nie vorher, wann sie dieses
oder jenes tun wird. Das lieferte einen
Großteil der pikanten Spannung des
Abends.
Heinz-Jürgen Staszak (Norddeutsche Neueste Nachrichten.)