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Der Berliner Komponist Gustav Bumcke (1876-1963) studierte Komposition
bei Max Bruch und Engelbert Humperdinck und Klavier bei Hugo Rüdel
und Otto Neitzel. 1902 lernte er auf einer Reise nach Paris den Sohn von
Adolphe Sax kennen und brachte 8 Saxophone in allen Größen
mit nach Berlin. Das war ein Wendepunkt in Bumckes künstlerischem
Lebenslauf, denn seitdem galt diesem Instrument mit dem "schönen,
edlen Klang" (Zitat G. B. DAZ 24. 11. 1935) seine besondere Vorliebe.
Durch die Tätigkeit als Musiker und Pädagoge trug Bumcke viel
zu seiner Verbreitung und Etablierung im deutschen Musikleben bei. So
gründete er eine Saxophon-Klasse, erst am Stern'schen Konservatorium,
dann am Scharwenka-Konservatorium in Berlin. Ende der 20er Jahre gründete
er das erste deutsche Saxophon-Orchester und das erste deutsche Saxophon-Quartett,
das in den frühen 30er Jahren zum wichtigen innovativen Bestandteil
des Berliner Konzertlebens wurde. Auch als Komponist hat Bumcke viel für
die Etablierung des Saxophons in der symphonischen Musik getan, wobei
er das Saxophon als Konzertinstrument, weniger als Jazz-Instrument verstand.
Obwohl er für unterschiedliche Instrumente und Besetzungen schrieb,
wie etwa für großes Orchester, Chor und Solo-Stimmen, nehmen
die Werke für Saxophon den wichtigsten Platz in seinem Schaffen ein.
Sie umfassen alle Gattungen der Instrumentalmusik - von der Sonate für
Saxophon und Klavier über das Saxophon-Quartett bis zum Konzert
für Saxophon und Orchester. Der große melodische und harmonische
Reichtum der Werke, ihre Eleganz und Vitalität, die Verbindung der
klassischen Formen mit der eigenständigen musikalischen Sprache und
dem besonderen Timbre des Saxophons machen die Musik Gustav Bumckes sowohl
bei den Ausführenden wie auch beim Publikum beliebt. Die Bedeutung
Bumckes für die Saxophon-Musik in Deutschland kann nicht hoch genug
eingeschätzt werden, so wurde zu seinen Ehren der Gustav- Bumcke-Saxophon-Wettbewerb
gegründet, der in diesem Jahr in der Hochschule für Musik und
Theater in Hannover im September stattfindet. Das Gustav-Bumcke-Werkverzeichnis
ist bei Ries & Erler erhältlich.
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Ries & Erler
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