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Walter Braunfels zählt mit Arnold Mendelssohn, Franz Schreker,
Erwin Schulhoff u.a. zu den Komponisten, deren Werke in der Zeit des Nationalsozialismus
nicht mehr aufgeführt werden durften. Er wurde am 1.April 1933 aus
dem Amt des Direktors der Kölner Musikhochschule entlassen, und erst
in den 90er Jahren erfuhr sein Werk eine Wiederentdeckung, darunter auch
seine Oper "Die Vögel", die der Musikkritiker Alfred Einstein seinerzeit
als "absolutes Künstlerwerk" bezeichnete und mit Wagners -Meistersingern"
und Pfitzners "Palestrina" verglich. Sie wurde 1971 in Karlsruhe, 1991
in Bremen und 1994 in Berlin erfolgreich wieder aufgeführt. Walter
Braunfels verbrachte seine Kindheit in einer kulturell vielseitig gebildeten
Frankfurter Familie: der Vater war Jurist, Literaturwissenschaftler und
Übersetzer, die Mutter spielte selbst Klavier, war mit Franz Liszt und
Clara Schumann gut bekannt und gab ihrem Sohn den ersten Klavierunterricht.
Schon mit zwölf Jahren erhielt Braunfels Unterricht am Hochschen
Konservatorium, zum Klavierstudium ging er dann nach Wien zu Theodor
Leschetitzky. Kompositionsunterricht nahm er bei Ludwig Thuille und schon
1909 wurde eine erste Oper von Braunfels "Prinzessin Brambilla" durch Max
von Schillings uraufgeführt (die Studien für Klavier op.10
verarbeiten im ersten Satz "Pantalone" diese Oper).
Walter Braunfels wurde zweimal von Konrad Adenauer beauftragt, die
Staatliche Hochschule für Musik in Köln aufzubauen: 1924 und
1945. Die Jahre zwischen 1933 und 1945 verbrachte er in der inneren Emigration
am Bodensee. Er konnte 1945 nicht mehr an den frühen Erfolg anknüpfen,
da sein Stil von der jüngeren Generation nicht mehr gefragt schien.
Braunfels bezieht sich in seinem Schaffen auf Klassik und Romantik, schuf
aber mit einer ihn auszeichnenden phantastisch-phantasievollen Klangsprache
sehr eigenständige Werke, weswegen ihm in der Musikgeschichte des
20. Jahrhunderts ein Platz neben Pfitzner und R.Strauss gebührt.
Demnächst erscheint die Aufnahme der Serenade von Walter Braunfels
bei der Firma Decca. Es spielt das DSO unter Leitung von Vladimir Ashkenary.
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