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Inhalt

Aus Kritiken zu Aufführungen der "Kunst der Fuge"

Heribert Breuer

Werke bei Ries & Erler

Ansichtsmaterial, Aufführung und weitere Bearbeitungen

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Der überzeitliche Charakter der "Kunst der Fuge"

Meine Instrumentierung von Bachs "Kunst der Fuge" wurde während meines Villa-Massimo-Stipendiums in Rom, 1973/74 für eine Aufführung bei den Würzburger Bachtagen konzipiert. Da ich auf keine der vorliegenden Fassungen von diesem uninstrumentiert erschienenen Kompendium der Bachschen Fugenkunst zurückgreifen mochte, bot mir dieses praktische Ziel einer Konzertaufführung den ebenso willkommenen wie herausfordernden Anlaß, die eigenen Klangvorstellungen zu verwirklichen. Es schwebte mir dabei ein äußerst transparentes Klangspektrum vor, dessen Farbigkeit ein Gegengewicht zur durchweg strengen polyphonen Struktur darstellen sollte.
Auch verfolgte ich von Anfang an die pädagogische Absicht, durch bestimmte Instrumentalfarben kontrapunktische Verläufe zu verdeutlichen. Auf diese Weise sollte neben dem sinnlichen "Ergetzen" auch ein analytisches Hörerlebnis vermittelt werden. Und schließlich wollte ich -historischen Aufführungspraktiken entgegengesetzt- ein quasi "polystilistisches" Instrumentarium für meine Fassung einsetzen, um damit den "überzeitlichen" Charakter dieser Musik auszudrücken.
Die vier unter diesen Gesichtspunkten zusammengestellten Quartette mögen die angestrebte Stilaufteilung versinnbildlichen:

(2 Blockflöten u 2 Gamben)
Musica antiqua
(Streichquartett) Musica classica
(Oboe, Klarinette, Horn, Fagott) Musica romantica
(2 Klaviere, Vibraphon, Kontrabass) Musica contemporania

Zur architektonischen Gliederung der verschiedenen Fugengruppen habe ich die von Cembalo oder Orgel vorzutragenden vier Kanons eingesetzt.
Die Absicht meiner inzwischen mehrfach überarbeiteten Instrumentierung wurde auch von dem Wunsche getragen, dem Werk das allgemeine Vorurteil der "Abstraktheit" zu nehmen. Sie zielt durch ihren immer neuen und veränderten Kombinationen unterworfenen Spaltklang sowohl auf eine sinnlich wie analytische Rezeption des Werkes.
Heribert Breuer, Oktober 1997

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Aus Kritiken zu Aufführungen der "Kunst der Fuge"
von Bach/Breuer

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Wiesbadener Tagblatt
5.7.1995

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Reiz durch ständigen Wechsel

In der ständig wechselnden Koppelung dieser Instrumentengruppen gelang es Breuer, dem Werk eine noch nie gehörte Intensität zu verleihen. Durch das Hervortreten jeweils anderer Klangverbindungen erhielten die einzelnen Contrapuncti eine Spannung, die die Zuhörer bis zum letzten Ton in Atem hielt. (...) Man ist geneigt zu sagen, daß in Breuers Bearbeitung das Abstraktum hinter Farbigkeit und Klangsinnlichkeit zurücktritt.

 


Klaus Neuhoff
Wiesbadener Kurier
5.7.1995

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Bach kann viele Stile haben

Mit den behutsam wie meisterlich in Schwingung versetzten leeren Saiten D und A einer Solovioline ließ Heribert Breuer Bachs "Kunst der Fuge" beginnen: Visitenkarte für eine kultivierte und durchdachte Realisation dieses Ausnahme-Opus der Musikliteratur.

 

 

Harald Budweg
FAZ
5.7.1995

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Sinnlich, analytisch, zeitumspannend

Die Fassung von Heribert Breuer erleichtert durch die extreme Spreizung des Spaltklang-Charakters den analytischen Mitvollzug beim Hören. An keiner Stelle der umfangreichen Partitur läßt sich die Seriösität Breuers bezweifeln. Die dem modernen Klangbild zugedachten rhythmisierten Fugen-Variationen wirken keineswegs wie modisches Geklingen eines neuen Zeitgeistes.

 


Stefan Schickhaus
Frankfurter Rundschaus
5.7.1995

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Hörspiel mit Klangfarben

Mit zunehmender Komplexität wurden die Ensembles dichter miteinander verzahnt. Neue Themen, auch nur Umkehrungen oder Augmentationen wurden von neuen Ensembles eingeführt, so daß das Ohr den Klang aufspalten, aus dem Ensemble-Ton den Stand der Fuge ablesen konnte: Klangfarbe nicht als Gefälligkeit, sondern als Wegweiser durch ein polyphones Labyrinth.

 


Dino Villatico
La Repubblica
11.12.1995

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Bach, così attuale diretto da Breuer

Il fascino di una simile concezione interpretative nella estrema chiarezza della lettura contrappuntistica, esaltata dalla differenziazione timbrica, e nella gradevolezza frizzante del suono.

 


Roland Schmidt
Abendzeitung München
24./25.12.1990

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Gefühl und Klarheit

Bachs "Kunst der Fuge in der Philharmonie: Heribert Breuer hat diesen einzigartigen Kosmos der Kontrapunktischen Satztechnik, für den der Komponist bekanntlich keine definitive Besetzung vorgeschrieben hatte, in einer interessant instrumentierten Version für vier Ensembles vorgestellt. Es spielten Mitglieder der Münchner Philharmoniker, Breuer dirigierte. Anerkennender Beifall.

 


Martina Helmig
Berliner Morgenpost
15.2.1990

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Heribert Breuer stellt seine Kunst der Fuge unter Beweis

Unkonventionell, aber ausgesprochen sinnfällig ist die Instrumentierung von Heribert Breuer. Ein Ensemble, das hauptsächlich aus Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters besteht, führte sie im Kammermusiksaal unter Breuers Leitung vor.

So stehen Breuer nicht nur viele und ungewöhnliche Klangfarben zur Verfügung, sondern er betont auch die zeitlose Universalität von Bachs Musik. Breuers Rechnung geht auf, denn er verwendet seine vier Gruppen äußerst geschickt.

 

 


Die Welt
10.8.1989

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Bachs Kunst der Fuge
spannender als ein Krimi

Einen wichtigen Punkt in der Bachwochen-Dramaturgie markierte Heribert Breuers instrumentierte Fassung der "Kunst der Fuge". Die Version für vier Ensembles und ein solistisches Tasteninstrument wirkte erfrischend. Höchst vergnüglich, wie die Ensembles mit den Mitteln kontrastierender Instrumentalcharakteristik dem Bachschem Fugen-Wunderwerk zu Leibe rückten.




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Heribert Breuer

in Heidelberg geboren, studierte in seiner Heimatstadt, Berlin und Köln Komposition, Orgel und Dirigieren. Von 1968 bis 1973 war er Kantor und Organist der Hauptkirche S. Aegidien zu Lübeck. Über eine langjährige Tätigkeit als Künstlerischer Leiter der Würzburger und Aachener Bachtage wurde er 1982 Professor für Chorleitung und Kontrapunkt an der Hochschule der Künste Berlin. 1985 Künstlerischer Leiter des Bielefelder Musikvereins. 1991 Künstlerischer Leiter der Berliner Bachwoche St. Matthäus. Er gründete die Berliner Bach Akademie. Der ehemalige Villa-Massimo-Stipendiat erhielt mehrere Auszeichnungen: 1976 Bayerischer Staatspreis, 1986 Villa-Sepentara-Stipendium Olevano, 1987 Worpswede-Stipendium.
Heribert Breuer machte sich mit Kompositionen und zahlreichen Transkriptionen einen internationalen Namen. Seine Bearbeitung der "Kunst der Fuge" wurde bereits bei renommierten Festivals wie der Bachwoche Ansbach (1989), dem Rheingau-Musik-Festival (1995), dem Schleswig-Holstein-Musik-Festival (1995), in Barcelona und Rom sowie in Sonderkonzerten der Berliner und der Münchner Philharmoniker sowie der Staatskapelle Berlin aufgeführt.




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Seine Werke bei Ries & Erler

Missa Instrumentalis für Orchester (nach Bachs Orgelmesse)

Big Sur Music
Suite für Saxophonquartett und Sprecher nach Henry Millers "Das lächeln am Fuße der Leiter"

Bearbeitungen:

Für Blechbläserquintett
(Bach, Daquin, Manfredini, Reger)

Für Oboe/Trompete/Klarinette und Orgel (Bach, Mozart)

Für Orgel (Mozart)




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Ansichtsmaterial und weitere Bearbeitungen

Ansichtsmaterial ist beim Verlag erhältlich.

Komplette Aufführung des Werkes durch das Solisten-Ensemble der BERLINER BACH AKADEMIE unter Leitung von Heribert Breuer.

Weitere Bearbeitungen von Bach KUNST DER FUGE bei Ries & Erler:

Für Streichquartett bzw. Streichorchester (Klemm/Weymar)

Für Saxophonquartett (Graef)