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Der überzeitliche Charakter der "Kunst der Fuge"Meine Instrumentierung von Bachs "Kunst der Fuge" wurde
während meines Villa-Massimo-Stipendiums in Rom, 1973/74 für eine Aufführung bei den
Würzburger Bachtagen konzipiert. Da ich auf keine der vorliegenden Fassungen von diesem
uninstrumentiert erschienenen Kompendium der Bachschen Fugenkunst zurückgreifen mochte,
bot mir dieses praktische Ziel einer Konzertaufführung den ebenso willkommenen wie
herausfordernden Anlaß, die eigenen Klangvorstellungen zu verwirklichen. Es schwebte mir
dabei ein äußerst transparentes Klangspektrum vor, dessen Farbigkeit ein Gegengewicht
zur durchweg strengen polyphonen Struktur darstellen sollte. (2 Blockflöten u 2 Gamben) Zur architektonischen Gliederung der verschiedenen Fugengruppen habe ich
die von Cembalo oder Orgel vorzutragenden vier Kanons eingesetzt. |
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Reiz durch ständigen WechselIn der ständig wechselnden Koppelung dieser Instrumentengruppen gelang es Breuer, dem Werk eine noch nie gehörte Intensität zu verleihen. Durch das Hervortreten jeweils anderer Klangverbindungen erhielten die einzelnen Contrapuncti eine Spannung, die die Zuhörer bis zum letzten Ton in Atem hielt. (...) Man ist geneigt zu sagen, daß in Breuers Bearbeitung das Abstraktum hinter Farbigkeit und Klangsinnlichkeit zurücktritt. |
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Bach kann viele Stile habenMit den behutsam wie meisterlich in Schwingung versetzten leeren Saiten D und A einer Solovioline ließ Heribert Breuer Bachs "Kunst der Fuge" beginnen: Visitenkarte für eine kultivierte und durchdachte Realisation dieses Ausnahme-Opus der Musikliteratur. |
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Harald Budweg |
Sinnlich, analytisch, zeitumspannendDie Fassung von Heribert Breuer erleichtert durch die extreme Spreizung des Spaltklang-Charakters den analytischen Mitvollzug beim Hören. An keiner Stelle der umfangreichen Partitur läßt sich die Seriösität Breuers bezweifeln. Die dem modernen Klangbild zugedachten rhythmisierten Fugen-Variationen wirken keineswegs wie modisches Geklingen eines neuen Zeitgeistes. |
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Hörspiel mit KlangfarbenMit zunehmender Komplexität wurden die Ensembles dichter miteinander
verzahnt. Neue Themen, auch nur Umkehrungen oder Augmentationen wurden von neuen Ensembles
eingeführt, so daß das Ohr den Klang aufspalten, aus dem Ensemble-Ton den Stand der Fuge
ablesen konnte: Klangfarbe nicht als Gefälligkeit, sondern als Wegweiser durch ein
polyphones Labyrinth. |
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Bach, così attuale diretto da BreuerIl fascino di una simile concezione interpretative nella estrema chiarezza della lettura contrappuntistica, esaltata dalla differenziazione timbrica, e nella gradevolezza frizzante del suono. |
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Gefühl und KlarheitBachs "Kunst der Fuge in der Philharmonie: Heribert Breuer hat diesen einzigartigen Kosmos der Kontrapunktischen Satztechnik, für den der Komponist bekanntlich keine definitive Besetzung vorgeschrieben hatte, in einer interessant instrumentierten Version für vier Ensembles vorgestellt. Es spielten Mitglieder der Münchner Philharmoniker, Breuer dirigierte. Anerkennender Beifall. |
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Heribert Breuer stellt seine Kunst der Fuge unter BeweisUnkonventionell, aber ausgesprochen sinnfällig ist die Instrumentierung von Heribert Breuer. Ein Ensemble, das hauptsächlich aus Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters besteht, führte sie im Kammermusiksaal unter Breuers Leitung vor. So stehen Breuer nicht nur viele und ungewöhnliche Klangfarben zur
Verfügung, sondern er betont auch die zeitlose Universalität von Bachs Musik. Breuers
Rechnung geht auf, denn er verwendet seine vier Gruppen äußerst geschickt. |
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Bachs Kunst der Fuge
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Heribert Breuerin Heidelberg geboren, studierte in seiner Heimatstadt, Berlin und Köln
Komposition, Orgel und Dirigieren. Von 1968 bis 1973 war er Kantor und Organist der
Hauptkirche S. Aegidien zu Lübeck. Über eine langjährige Tätigkeit als Künstlerischer
Leiter der Würzburger und Aachener Bachtage wurde er 1982 Professor für Chorleitung und
Kontrapunkt an der Hochschule der Künste Berlin. 1985 Künstlerischer Leiter des
Bielefelder Musikvereins. 1991 Künstlerischer Leiter der Berliner Bachwoche St.
Matthäus. Er gründete die Berliner Bach Akademie. Der ehemalige Villa-Massimo-Stipendiat
erhielt mehrere Auszeichnungen: 1976 Bayerischer Staatspreis, 1986
Villa-Sepentara-Stipendium Olevano, 1987 Worpswede-Stipendium. |
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Seine Werke bei Ries & ErlerMissa Instrumentalis für Orchester (nach Bachs Orgelmesse) Big Sur Music Bearbeitungen: Für Blechbläserquintett Für Oboe/Trompete/Klarinette und Orgel (Bach, Mozart) Für Orgel (Mozart) |
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Ansichtsmaterial und weitere BearbeitungenAnsichtsmaterial ist beim Verlag erhältlich. Komplette Aufführung des Werkes durch das Solisten-Ensemble der BERLINER BACH AKADEMIE unter Leitung von Heribert Breuer. Weitere Bearbeitungen von Bach KUNST DER FUGE bei Ries & Erler: Für Streichquartett bzw. Streichorchester (Klemm/Weymar) Für Saxophonquartett (Graef) |